UKBW - Kindergärten in Aktion

Warum engagiert sich die Unfallkasse Baden-Württemberg?

Die Unfallkasse Baden-Württemberg als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung der Kindergartenkinder im Land hat den gesetzlichen Auftrag, Unfälle zu verhindern. Ein Aspekt ist hierbei, die äußeren Bedingungen zu fördern, etwa dass Kindergärten baulich sicherer gestaltet werden – ein weiterer, Kinder durch Bewegungsförderung in die Lage zu versetzen, sich selbst vor Unfällen zu schützen.

Der typische Kindergartenunfall
Etwa 1,9 Millionen Kinder bis 14 Jahre erleiden in Deutschland einen Unfall – die meisten ereignen sich in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Dreiviertel der Kindergartenunfälle sind Stürze, betroffen ist in der Regel der Kopf. Als Mitursache lassen sich bei Stürzen und Unfällen durch Zusammenprall oft motorische und sensorische Defizite ausmachen. Glücklicherweise handelt es sich meistens um Bagatellunfälle. Trotzdem ist es bedenklich, dass die intellektuelle Erziehung heute mehr und mehr forciert, die motorische Entwicklung der Kinder dagegen vernachlässigt wird. Wissenschaftliche Studien untersuchen, inwieweit „Motorik und Kognition“ miteinander verknüpft sind.

Sicherheit hat Vorrang
Das Vorschulalter ist für Kinder eine Phase, in der sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erproben. Dabei müssen sie gelegentlich auch scheitern, um ihre Kompetenz bei Bewegung und Risikobewältigung weiterentwickeln zu können. Eigene Grenzen müssen erfahren und akzeptiert werden. Dazu muss ein passendes Umfeld vorhanden sein – wo wären Bewegungsangebote für Kinder besser angesiedelt, als im Kindergarten? Allerdings muss sicher gestellt sein, dass keine schweren Unfälle passieren können und dass die Konsequenzen für die Kinder überschaubar bleiben – wie etwa durch den Fallschutz bei Klettergeräten, der nach DIN EN 1176 ausreichend groß und sicher angelegt sein muss. Ob sich ein Kind an einem Klettergerät festhalten kann, mag Ausdruck seiner individuellen Fähigkeiten sein. Falls es jedoch stürzt, weil es die nötige Kraft nicht hat oder weil es ein hohes Risiko eingegangen ist, muss es aufgefangen werden. Das Fallschutzmaterial unter dem Spielgerät muss zumindest so viel kraftabbauende Eigenschaften besitzen, dass das Kind keine schweren Verletzungen an Wirbelsäule oder Kopf erleidet.

Bewegungskompetenz fördern
Wenn Kinder zunehmend Probleme haben sich zu bewegen und Unfälle in Standardsituationen zunehmen, wird häufig mehr bauliche Sicherheit angemahnt. Allerdings führt diese Art des Überbehütens der Kinder dazu, dass sich deren motorische Fähigkeiten weiter verschlechtern. Ein Teufelskreis! Umso wichtiger ist, die Bewegungskompetenz von Kindern zu fördern.
Mit dem Projekt „Kindergärten in Aktion“ will die Unfallkasse Baden-Württemberg helfen, Bewegung als selbstverständlichen Bestandteil im Kindergartenalltag zu verankern. Denn für viele Kinder ist der Kindergarten der einzige Ort, an dem sie Kontakt zu Gleichaltrigen und Raum zum Spielen haben. Deswegen gibt die Unfallkasse Baden-Württemberg auf dieser Homepage viele Anregungen, wie Kindergärten zu Bewegungswelten werden können, zu Orten, an denen sowohl freies Spiel als auch geleitete Bewegungsförderung berücksichtigt sind.

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