Hautbelastung in Kindertageseinrichtungen

Aggressive Stoffe wie Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Feuchtarbeit und Sonneneinstrahlung belasten die Haut. Ein abgestimmtes Hautschutzprogramm hilft Hautschäden minimieren und Erkrankungen vorzubeugen.

Unsere Haut

Die Haut ist unser größtes lebenswichtiges Organ. Eineinhalb bis zwei Quadratmeter bedecken unseren Körper. Dabei erfüllt unsere Haut wichtige Aufgaben: Sie umhüllt uns wie ein Mantel, reguliert die Körpertemperatur und schützt uns vor Einwirkungen von außen. Zahlreiche Sinneszellen leiten Empfindungen wie eine sanfte Berührung, aber auch Schmerzen weiter. Zur körpereigenen Abwehr leistet die Haut einen wichtigen Beitrag.

Belastung durch Feuchtigkeit

Die Haut verfügt über eine natürliche Schutzfunktion. Durch Kontakt mit Wasser werden die hauteigenen Fette ausgewaschen und der Schutzmechanismus gestört. Die Folgen können Hautrötung, Jucken, trockene Haut und Schwellung sein. Diese zunächst umkehrbaren Hautveränderungen können sich bei weiterer Einwirkung zu einer chronischen Hauterkrankung weiterentwickeln. Vielen ist nicht bewusst, dass auch das Tragen von flüssigkeitsdichten Schutzhandschuhen zu Hautschäden führen kann: Es entsteht durch das Schwitzen eine feuchte Kammer, in der die Haut zusätzlich aufweicht und ihre Schutzfunktion gestört wird. Allergieauslösende Stoffe aus Desinfektions- und Reinigungsmitteln und dem Material der Schutzhandschuhe selbst können so noch leichter in die Haut eindringen und Allergien auslösen. Auf diese Weise können zum Beispiel Kontaktekzeme entstehen.

Weitere Risikofaktoren für die Entstehung einer Allergie können eine besondere Empfindlichkeit der Haut, die Schädigung der Schutzfunktion der Haut und der wiederholte Kontakt zu allergieauslösenden Stoffen sein.

Wird regelmäßig länger als zwei Stunden am Tag im feuchten Milieu gearbeitet, spricht man im Arbeitsschutz von Feuchtarbeit.

Beispiele für Feuchtarbeit in der Kita

  • häufiges Händewaschen
  • Tragen von flüssigkeitsdichten Schutzhandschuhen über insgesamt mehr als zwei Stunden am Tag (z. B. beim Arbeiten in der Küche, bei Reinigungsarbeiten, beim Wickeln von Kindern)
  • häufiges Anfassen feuchter Gegenstände beim Spülen oder Abwaschen von Lebensmitteln in der Küche
  • Kontakt zu aggressiven Stoffen wie Putz-, Hautreinigungs- oder Desinfektionsmitteln.

Um erkennen zu können, wo in der Kita Gefährdungen bei der täglichen Arbeit bestehen, wird eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt. Ein konsequentes Hautschutzprogramm hilft die natürliche Schutzfunktion Ihrer Haut aufrecht zu erhalten und sie vor unerwünschten Hauterkrankungen und Allergien zu schützen.

Wichtig ist, dass der Hautschutz in der Kita mit den Maßnahmen, die im Hygieneplan festgelegt sind, Hand in Hand geht. Daher sollten Hautschutz- und Handschuhpläne immer in Abstimmung mit den Hygieneplänen und in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt, den Betriebsärzten und der Fachkraft für Arbeitssicherheit erarbeitet werden.

Hautbelastung durch Sonne

Unternehmungen im Freien sind in der Kita bei allen beliebt: Spielen unter Aufsicht im Außenbereich, Wanderungen oder Freibadbesuche sind nur einige Beispiele dafür. Beim Aufenthalt im Freien wird nicht nur die Haut der Kinder, sondern auch die des Kita-Personals je nach Tageszeit und Wetterlage unterschiedlich stark der Sonne ausgesetzt. Bekanntermaßen schadet übermäßige Sonnenstrahlung der Haut. Gefährdet ist vor allem die Haut an unbedeckten Körperstellen. Je nach Hauttyp ist die Haut unterschiedlich empfindlich gegenüber Sonnenstrahlung. In Europa kommen die Hauttypen I bis IV natürlich vor, Hauttyp I ist am empfindlichsten. An der Haut führt die UV-Strahlung zu Sonnenbrand, durch das Zusammenwirken mit chemischen Stoffen in Kosmetika können auch Sonnenallergien entstehen. Ebenso können Medikamente die Haut lichtempfindlich machen. Langfristige Schäden sind vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs.

Sie selbst können sehr viel für Ihre eigene Haut tun. Nehmen Sie Warnsignale Ihrer Haut wahr und lassen Sie sich von Ihrem Betriebsarzt oder Ihrer Betriebsärztin untersuchen und beraten. Vorsorgeuntersuchungen spielen bei der Früherkennung chronischer Hauterkrankungen und von Hautkrebs eine große Rolle.

Belastung der Augen durch Sonne
Auch die Augen müssen gut vor der schädlichen UV-Strahlung geschützt werden. Werden die Augen nicht richtig geschützt, können Entzündungen der Bindehaut und der Hornhaut oder im schlimmsten Falle unumkehrbare Schäden an Netzhaut und an der Augenlinse auftreten.

Um Schäden an Haut und Augen vorzubeugen, ist konsequenter Schutz vor Sonnenstrahlung wichtig. Weitere Informationen zum Hautschutz beim Aufenthalt im Freien finden Sie hier.