Infektionsquellen im Kita-Alltag

In Kitas haben es Krankheitserreger besonders leicht. Viele Kinder und enger Kontakt beim Spielen und Toben begünstigen die Übertragung von Keimen.

Übertragungswege

Krankheitserreger können Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten sein. Sie können auf verschiedene Weise übertragen werden: Als Tröpfcheninfektion z. B. beim Husten, Niesen oder Sprechen. Unter Schmier- oder Kontaktinfektion versteht man die Übertragung durch Berührung. Dabei unterscheidet man die direkte Schmier- oder Kontaktinfektion, wenn ein direkter Kontakt zu erregerhaltigem Material wie Stuhl oder Urin beim Windelwechseln oder Begleiten zur Toilette stattgefunden hat.Wickeln Von einer indirekten Schmier- oder Kontaktinfektion spricht man, wenn Kontakt zu Gegenständen, Lebensmitteln oder Trinkwasser besteht, die mit Erregern behaftet sind. Beispielsweise können Oberflächen wie Türklinken, Wickelablagen oder sanitäre Einrichtungen mit Krankheitserregern behaftet sein. Auch Speisen können Krankheitserreger anhaften oder enthalten. Anschließend gelangen die Erreger dann durch unbewusste Berührungen von Mund, Nase und Augen über die Schleimhäute in den Körper.
Infektionen können auch perkutan, d. h. über die Haut, Schleimhäute und Wunden übertragen werden. Hier spielen z. B. Blutkontakte bei der Versorgung von verletzten Kindern eine Rolle. Auch bei Zeckenstichen gelangen die Erreger von FSME und/oder Borreliose auf diesem Wege in den Körper. Weitere Beispiele sind Parasiten wie Kopfläuse oder Krätzmilben, die von Mensch zu Mensch durch engen Kopfkontakt oder Hautkontakt übertragen werden.

So haben es Krankheitserreger leicht

Folgende Faktoren begünstigen die Übertragung von Krankheitserregern in Kitas:

  • Enger Körperkontakt
  • Tätigkeiten mit Kontakt zu Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen
  • Erste-Hilfe-Leistungen
  • Fehlender Immunschutz (kein Impfschutz oder kein Schutz durch überstandene Infektion)
  • Besondere Betreuungsangebote (z. B. Kinder unter drei Jahren, Waldkindergärten, Betreuung von behinderten Kindern)
  • Aufenthalt im Freien
  • Zubereitung von Speisen

Die Entstehung einer Infektionskrankheit ist von verschiedenen Bedingungen abhängig:
So spielen die Eigenschaften des Erregers d. h. seine krankmachende Wirkung, die aufgenommene Erregermenge, aber auch die individuellen Voraussetzungen der betroffenen Person eine Rolle (z. B. die Verfassung des Immunsystems, eventuelle Begleiterkrankungen, Impfschutz oder überstandene Infektion).

Ein wichtiges Instrument zum Erkennen bestehender Infektionsgefährdungen in Kitas ist die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung. Auf diese Weise können Gefährdungen systematisch erkannt und wirksame Schutz- und Hygienemaßnahmen zur Unterbrechung der Infektionsketten festgelegt und umgesetzt werden. Kompetente Ansprechpartner sind die für die Kita zuständigen Fachkräfte für Arbeitssicherheit und die Betriebsärzte. Es empfiehlt sich bei allen Fragen rund um die Themen Hygiene und Infektionsschutz in der Kita die Experten des Gesundheitsamtes mit einzubeziehen.