Vermeidung von Infektionen im Kita-Alltag

Nur durch ein umfassendes Hygienemanagement werden Kinder und Personal in Kitas vor ansteckenden Krankheiten geschützt. Die bei der Gefährdungsbeurteilung erarbeiteten Schutz- und Hygienemaßnahmen, können technisch, organisatorisch und personenbezogen sein.

Hygienemanagement

Ein umfassendes Hygienemanagement ist in Kitas von größter Bedeutung: Nur so werden Kinder und Personal vor ansteckenden Krankheiten geschützt. Dabei ist es wichtig, dass sich alle an die vorgegebenen Regelungen halten. Die Eltern und auch das Reinigungspersonal müssen mit einbezogen werden. Auch einfache Maßnahmen wie richtiges Händewaschen helfen dabei, die Übertragung von Krankheitserregern zu verringern. Bereits die Kinder können ihren Beitrag leisten: Anleitung zum Händewaschen, richtiges Husten, Niesen und Naseputzen reduzieren die Ansteckungsgefahr. Die Gefährdungsbeurteilung, die nach Arbeitsschutzgesetz und Biostoffverordnung vom Träger der Einrichtung durchzuführen ist, ist ein wichtiges Instrument für den Infektionsschutz.

Die bei der Gefährdungsbeurteilung erarbeiteten Schutz- und Hygienemaßnahmen können technisch, organisatorisch und personenbezogen sein. Arbeitsmedizinische Vorsorge durch Betriebsärzte sowie ein entsprechendes Impfangebot vervollständigen das Maßnahmenpaket. Darüber hinaus müssen die Belange werdender und stillender Mütter berücksichtigt werden.

(Bau-)technische Maßnahmen

Im Hinblick auf den Infektionsschutz müssen in der Kita bestimmte Ausstattungen vorhanden sein.

Beispiele für (bau-)technische Maßnahmen und Ausstattungen am Wickelarbeitsplatz:

  • Wände, Fußbodenbeläge, Wickeltischauflagen etc., die leicht zu reinigen und beständig gegen Desinfektionsmittel sind.
  • Ausstattung mit Handwaschgelegenheiten inklusive Halter für Einweghandtücher, Reinigungs-, Hautschutz- und Desinfektionsmittelspender (Spender müssen für Kinder unzugänglich sein!).
  • Bereitstellung geeigneter Hautreinigungs-, Hautschutz- und Desinfektionsmittel, ausreichende Menge an Einweghandtüchern.
  • Bereitstellung der persönlichen Schutzausrüstung wie z. B. flüssigkeitsdichte, allergenarme Handschuhe.

Auch bei der Gestaltung von Sanitärbereichen, Erste-Hilfe-Räumen, Küchen bzw. Räumlichkeiten zur Essenszubereitung und Essensausgabe muss ein besonderes Augenmerk auf eine hygienische Ausstattung gelegt werden.

Organisatorische Maßnahmen

Auch die richtige Arbeitsorganisation trägt zum Infektionsschutz bei.

Wichtige Beispiele für organisatorische Maßnahmen im Infektionsschutz:

  • Erstellung von Hygieneplänen auf Basis des IfSG
  • Erstellung von Hautschutzplänen
  • Erstellung von Betriebsanweisungen nach BiostoffV
  • Belehrung der Beschäftigten nach IfSG
  • Unterweisung der Beschäftigten nach BiostoffV
  • Bereitstellung geeigneter Hautreinigungs-, Hautschutz- und Desinfektionsmittel und einer ausreichenden Menge an Einweghandtüchern
  • Bereitstellung der persönlichen Schutzausrüstung wie z. B. flüssigkeitsdichte, allergenarme Handschuhe
  • Organisation der Arbeitsmedizinischen Vorsorge für die Beschäftigten.

Hygienepläne regeln die Vorgehensweise bei der Infektionshygiene in der Kita. Beispielsweise sind Regelungen zur Reinigung und Desinfektion von Flächen und Gegenständen, zur Grundreinigung, zur Händehygiene sowie zur Ersten Hilfe enthalten.
Wichtig ist bei der Erstellung, dass nicht nur die Vorgaben des Gesundheitsamtes beachtet werden, sondern dass Hygienepläne auf die Bedingungen der jeweiligen Kita angepasst sind. Alle Beteiligten müssen über die Inhalte informiert sein und die festgelegten Hygienemaßnahmen beachten. Auch der Hautschutz für das Personal muss auf den Hygieneplan abgestimmt sein. Im Hautschutzplan finden Sie die wichtigsten Hinweise zusammengestellt.
Das IfSG beinhaltet noch eine ganze Reihe von Vorgaben, die die Ausbreitung von Infektionen verhindern sollen. So gibt es Regelungen zu gesundheitlichen Anforderungen, Mitwirkungspflichten und Aufgaben des Gesundheitsamtes, zu Informations- und Belehrungspflichten sowie besonderen Anforderungen an das Personal beim Umgang mit Lebensmitteln.
Bei all diesen Fragen rund um die Hygiene in der Kita erhalten Sie Beratung und Unterstützung von den Experten des Gesundheitsamtes.

Personenbezogene Maßnahmen

Jeder Einzelne kann zum Infektionsschutz beitragen und dadurch sich und andere vor Erkrankungen schützen.

Beispiele für personenbezogene Maßnahmen:

  • Einhaltung der in den Hygieneplänen festgelegten Schutzmaßnahmen
    (z. B. zur Händedesinfektion)
  • Konsequentes Tragen von persönlicher Schutzausrüstung bei bestimmten Tätigkeiten
    (z. B. Tragen von Schutzhandschuhen beim Wickeln oder bei der Wundversorgung)
  • Teilnahme an der Arbeitsmedizinischen Vorsorge und Impfungen beim Betriebsarzt