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Häufige Erkrankungen bei Kindern

Das Kita-Alter ist die Lebensphase, in der Kinder am häufigsten mit Krankheiten konfrontiert werden: Ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift und durch die Gruppensituation in der Kita werden Infekte oft von Kind zu Kind weitergegeben.

Auch wenn es Eltern und pädagogische Fachkräfte nicht gerne hören: Kita-Zeit ist Schnupfenzeit, ist Hustenzeit, ist Magen-Darm-Zeit. Kleinkinder können als Wesen mit „natürlicher Infektneigung“ beschrieben werden. Ihr Immunsystem muss nach und nach verschiedene Erkrankungen durchmachen, um leistungsfähig zu werden. Im Kleinkindalter sind 6 bis 10 Infekte pro Jahr völlig normal; bei Kindern, die nicht gestillt wurden oder in einem Raucherhaushalt aufwachsen, ist die Infektionsrate im Schnitt sogar noch höher. Hat ein Kind bereits eine Vorbelastung wie etwa Asthma oder Probleme mit dem Wasserlassen, treten auch häufiger andere Erkrankungen wie beispielsweise Bronchitits oder Harnwegsinfekte auf. Häufen sich diese Erkrankungen, sollte ein Arzt die Ursache abklären. Auch wenn Unsicherheiten auftreten, ob ein Kind wieder fit ist oder ob noch eine Ansteckungsgefahr besteht, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Außer mit den typischen Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps und Windpocken werden pädagogische Fachkräfte immer wieder mit den folgenden Infektionen konfrontiert:

Erkältungskrankheiten

In der Winter- und Frühjahrszeit treten vermehrt Erkältungskrankheiten wie Husten, Schnupfen, Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen auf. Verantwortlich dafür sind meistens Viren, die sich in der warmen, trockenen Heizungsluft besonders wohl fühlen. Eine Infektion zieht häufig die nächste nach sich. Die Frage, ob Ihr Kind die Kita besuchen kann, besprechen Sie bei Unsicherheiten am besten mit dem Arzt.

Magen-Darm-Erkrankungen

Sehr häufig kommt es in Kindertageseinrichtungen zu Magen-Darm-Infektionen. Diese zeigen sich durch leichten Bauchschmerzen, Durchfall und/oder Erbrechen. Verantwortlich dafür sind Viren wie der Rotavirus (verantwortlich für 70 % der Durchfallerkrankungen) oder der Norovirus, aber auch bakterielle Erreger, zum Beispiel verschiedene Salmonellenarten oder Campylobacter.

Die hoch infektiösen Viren können über Lebensmittel übertragen werden, meist geschieht die Ansteckung aber von Kind zu Kind über eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Bei starker Erkrankung sollten dem Körper Mineralstoffe und Flüssigkeit zugeführt werden, in besonders schweren Fällen eventuell auch durch Infusionen beim Arzt.

Salmonellenerkrankungen gehen meist auf infizierte Speisen mit rohen Eiern, Fleisch oder nicht ausreichend erhitzte Fleischerzeugnisse zurück.

Kopfläuse

Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten kann es zu Befall mit Kopfläusen kommen. Die winzigen Tierchen sind zwar harmlos, erzeugen aber einen starken Juckreiz und durch das Kratzen kann es zu Entzündungen auf der Kopfhaut kommen. Wichtig zu wissen: Kopfläuse kann jeder bekommen, auch bei bester Hygiene. Die kleinen Insekten werden bei engem Kontakt von Kopf zu Kopf übertragen, beispielsweise beim Kuscheln. Die Behandlung bei Läusebefall erfolgt mit speziellen Läusemitteln, die als Lösung, Shampoo oder Gel aufgetragen werden. Diese Mittel töten die Läuse, Larven und Nissen ab. Um eventuell geschlüpfte Larven sicher abzutöten, muss das Präparat gemäß der Vorgaben konsequent angewendet werden. Gleichzeitig sollten die Haare täglich mit etwas Essigwasser und einem speziellen Nissenkamm durchgekämmt werden.

Wichtig ist, bei Läusebefall die ganze Familie regelmäßig zu untersuchen und eventuell mitzubehandeln; das gilt natürlich auch für alle Kinder und pädagogischen Fachkräfte in der Kita. Es muss genau abgeklärt werden, ab wann das Kind die Kita wieder besuchen kann. Außerdem muss der Läusebefall von der Kita-Leitung dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. Dort erhält man auch alle weiteren wichtigen Informationen zum Umgang mit Kopfläusen.

Hauterkrankungen

Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Allergien sind zwar nicht ansteckend, beeinträchtigen das Kind je nach Ausprägung aber in großem Maße in seinem Wohlbefinden und haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Vermutet wird ein Zusammenhang mit der steigenden Umweltbelastung, aber auch mit Zusatzstoffen in der Nahrung. Damit das Kind in der Einrichtung verbleiben kann, sollten die pädagogischen Fachkräfte regelmäßig Rücksprache mit den Eltern halten und eventuell eine Schulung zu den betreffenden Themen besuchen. Nur in einem guten Zusammenspiel zwischen Elternhaus und Kindertageseinrichtung kann das Kind optimal in die Gruppe integriert werden.