Sie sind hier: Startseite / Praxis/Alltag / Kindergesundheit / Kinderkrankheiten - Masern, Mumps und Co.

Kinderkrankheiten - Masern, Mumps und Co.

Die meisten klassischen Kinder-Infektionskrankheiten verlaufen im Kindesalter ohne Komplikationen. Zum Schutz vor langfristigen Schäden oder auch Komplikationen in der Schwangerschaft wird jedoch eine Immunisierung durch Impfung empfohlen.

Die früher häufigen und schwer verlaufenden Infektionskrankheiten wie Kinderlähmung (Polio), Wundstarrkrampf (Tetanus) und Diphterie haben durch die mittlerweile gängigen Impfungen viel von ihrem Schrecken verloren. Ein vollständiger Impfschutz sollte aber nicht nur zum Wohle der Kinder vorhanden sein, sondern auch zum Schutz der pädagogischen Fachkräfte. Besteht eine Schwangerschaft, können manche der scheinbar so harmlosen Kinderkrankheiten zu schweren Schäden am Fötus bis hin zu Fehl- oder Totgeburten führen. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass erkrankte Kinder bis zur vollständigen Ausheilung ihrer Krankheit zu Hause bleiben. Ob noch eine Ansteckungsgefahr besteht, klärt der Arzt ab. Erst wenn keine Ansteckungsgefahr mehr besteht, ist der Kita-Besuch wieder möglich. Das sorgt auch dafür, dass keine nachfolgenden Komplikationen auftreten.

Übertragung von Infektionen

Infekte werden in vielen Fällen durch Bakterien hervorgerufen. Bakterien sind einzellige Krankheitserreger, die in den meisten Fällen gut mit Antibiotika bekämpft werden können. Erkrankungen wie Scharlach, Tetanus und Diphterie werden beispielsweise von Bakterien oder deren Giften verursacht. Nicht immer ist eine Behandlung mit Antibiotika möglich. Daher ist eine vorbeugende Schutzimpfung in jedem Fall die sehr viel bessere Maßnahme.

Viren
sind die kleinsten bekannten Krankheitserreger. Sie können nur in Ausnahmefällen direkt bekämpft werden, normalerweise müssen die Symptome behandelt werden. Typische Viruserkrankungen sind Windpocken, Masern oder Mumps, gegen die es Impfstoffe gibt.

Dass Krankheiten unter Kita-Kindern auftreten, lässt sich nicht verhindern. Wichtig ist aber, dass sie sich nicht innerhalb der Gruppe ausbreiten. Hygiene und Isolation sind daher oberstes Gebot. Je nach Art der Ansteckung wird unterschieden in Schmier- oder Kontaktinfektionen und Tröpfcheninfektionen.

Bei der Schmier- oder Kontaktinfektion werden Erreger entweder durch direkte Berührung oder indirekt durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen übertragen. Durch gründliches Händewaschen und durch eine regelmäßige Reinigung der Sanitärräume lässt sich die Infektionsgefahr in vielen Fällen vermindern.

Bei der Tröpfcheninfektion werden die Erreger zum Beispiel durch Niesen, Husten oder Sprechen weitergegeben. Kinderkrankheiten mit Hauterscheinungen wie Masern, Mumps oder Windpocken werden vorwiegend auf diese Weise übertragen.

Schutz durch Impfung

Zu den typischen Kinderkrankheiten zählen beispielsweise Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Einmal erkrankt, entwickelt der Körper bei manchen Infektionen einen lebenslangen Schutz gegen die Erreger. Dennoch empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut zum Schutz vor Komplikationen die Teilnahme an den gängigen Impfungen.

Kinderkrankheiten

Gerade in Kitas sind die sogenannten Kinderkrankheiten oft an der Tagesordnung. Erkrankungen wie Mumps, Masern, Röteln, Windpocken, Keuchhusten, Ringelröteln und Zytomegalie zählt man dazu. Schwangere sind durch die Krankheitserreger besonders gefährdet, weil das ungeborene Kind geschädigt werden kann. Daher ist eine möglichst frühzeitige Impfprophylaxe vor Eintritt der Schwangerschaft bei Infektionskrankheiten, gegen die es eine Impfung gibt, der beste Schutz für die Mutter und das ungeborene Kind. Siehe auch: Schutzmaßnahmen für werdende und stillende Mütter.

Masern
Masern werden durch das Masernvirus verursacht und sind hoch ansteckend. Neben den typischen roten Hautflecken treten im Anfangsstadium hohes Fieber, Husten, Schnupfen und Halsschmerzen auf. Die Inkubationszeit beträgt 8 bis 10 Tage, der Ansteckungszeitraum beginnt bereits fünf Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags und dauert bis vier Tage nach Auftreten des Hautausschlags. Bei Nichtbehandlung können schwere Komplikationen bis hin zu Lungen- und Gehirnentzündung auftreten. Nach der Infektion, besteht ein lebenslanger Schutz.

Mumps
Mumps, auch Ziegenpeter genannt, wird vom Mumps-Virus ausgelöst und kann sich nach einer Inkubationszeit von 12 bis 25 Tagen durch eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse und ausstrahlende Schmerzen in den Hals zeigen. Als Komplikation kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meninigitis) kommen, bei Jungen nach der Pubertät zu einer schmerzhaften Hodenentzündung, die zur Unfruchtbarkeit führen kann. Die Übertragung der Erreger geschieht durch Tröpfcheninfektion und kontaminierte Gegenstände. Nach einer Erkrankung besteht meistens lebenslanger Schutz.

Keuchhusten
Keuchhusten (Pertussis) wird durch Bakterien ausgelöst und per Tröpfcheninfektion übertragen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Nach anfänglich eher untypischen Beschwerden treten schwere, krampfartige Hustenanfälle auf, die mehrere Wochen anhalten können. Beim Husten löst sich zäher Schleim. Im Säuglingsalter zählt Keuchhusten zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten, da es bei Kleinkindern neben dem Husten auch zu Atempausen kommen kann. Als Komplikationen treten häufig Mittelohr- und Lungenentzündungen auf. Keuchhusten hat eine Inkubationszeit von 7 bis 20 Tagen.

Ringelröteln
Ringelröteln werden durch einen Virus ausgelöst, der sich über Tröpfchen und über die Hände ausbreitet. Das charakteristische Erscheinungsbild sind flächig gerötete Wangen und ein Ausschlag, der sich girlandenförmig über den gesamten Körper ausbreitet. Die Inkubationszeit liegt meist bei 8 bis 21 Tagen, eine Übertragung ist dabei schon vor Ausbruch der Krankheit möglich. Ringelröteln während der Schwangerschaft können zu einer Fehl- oder Totgeburt führen; Schwangere sollten also unbedingt auf ihren Immunstatus achten. Eine Impfung gibt es nicht.

Röteln
Röteln (Rubella) sind eine für Kinder oft harmlose Viruserkrankung, die sich über Tröpfcheninfektion ausbreitet und lebenslangen Schutz hinterlässt. 2 bis 3 Wochen nach der Infektion treten erkältungsähnliche Beschwerden mit leichter Lymphdrüsenschwellung und Hautausschlag auf. Wegen dieser eher diffusen Symptome werden Röteln oft gar nicht als solche erkannt. Gefährlich hingegen sind Röteln während der Schwangerschaft. Sie führen beim ungeborenen Kind häufig zu schwersten Missbildungen an Gehirn und Herz, sowie zu Taub- und Blindheit.

Scharlach
Scharlach ist eine Sonderform der eitrigen Angina, die häufig im Kita-Alter auftritt. Verantwortlich ist ein Streptokokken-Bakterium, das sich über Tröpfchen ausbreitet. Zum Vollbild der Erkrankung zählen neben Fieber und den typischen Halsschmerzen auch eine stark gerötete Zunge mit verdickten Zungenknospen („Himbeerzunge“) sowie ein feinfleckiger Hautausschlag. Nach Abklingen der Erkrankung kann sich die Haut an Handflächen und Fußsohlen schuppen. Bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen meist nur 1 bis 3 Tage.

Windpocken
Windpocken (Varizellen) sind eine sehr ansteckende Viruserkrankung. Die Infektion erfolgt über Tröpfchen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 10 bis 28 Tage. Nach Ausbruch der Krankheit entwickelt sich der typische Hautausschlag mit zahlreichen Bläschen und starkem Juckreiz. Wenn die Bläschen abtrocknen, bilden sich Krusten, die in der Regel narbenlos abfallen. Während die Krankheit für Kinder meist harmlos ist, kann sie bei Schwangeren zu schweren Komplikationen für das ungeborene Kind führen. Tückisch dabei ist, dass Windpocken bereits 1 bis 2 Tage vor Erscheinen des Ausschlages ansteckend sind.

Zytomegalie
Die Zytomegalie wird durch das Zytomegalie-Virus (CMV) übertragen. Der Erreger wird im Urin und Speichel ausgeschieden und durch Schmierinfektion weitergegeben. Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 8 Wochen. Problematisch ist, dass die Infektion in ca. 90 % der Fälle unbemerkt verläuft. Gelegentlich treten Fieber und Lymphknotenschwellungen auf. Besonders gefährlich ist die Infektion in der Schwangerschaft. Eine Impfung gibt es nicht.