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Genuss nach Maß: Sonnenschutz für Kinder

Sonnenlicht aktiviert den Körper und hebt die Stimmung. Doch sollte die empfindliche Kinderhaut in Frühjahr und Sommer besonders gut vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Eine gesunde Immunabwehr und Seele benötigt ebenso Sonnenlicht wie unsere Knochen: Denn in besonnter Haut bildet sich Vitamin D, das dem Skelettsystem Kalzium zuführt. Doch besonders von April bis August und insbesondere im Zeitraum von 11 bis 15 Uhr kann die UV-Strahlung im Übermaß Hautschäden verursachen: Jeder Sonnenbrand ist hierbei einer zu viel und bleibt der Haut ein Leben lang im Gedächtnis.

Direkte Sonne als Ausnahme

Babys und Kleinkinder sollten nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden, weil ihrer Haut der natürliche Schutz fehlt und sie rasch überhitzen. Die Haut älterer Kinder verfügt über eine zunehmende Hornschicht, bräunt und regeneriert schneller und verträgt nun auch Sonnenschutzmittel. Entscheidend ist jedoch die langsame Gewöhnung an die Sonne.

Kleidung und Schatten als bester Sonnenschutz

Den wirksamsten Sonnenschutz bieten lange luftige Kleidung und die Einrichtung von Schatteninseln mit gut verarbeiteten Sonnensegeln oder -schirmen. Rund 50 Prozent der UV-Strahlung durchdringt Wolken und viele Sonnenschirme oder Kleidungsstücke. Besonders der Kopf erhitzt sich in der Sonne schnell, Gesicht, Nacken und Ohren reagieren zudem empfindlich auf Sonnenstrahlung. Daher sollten Kinder im Sommer immer mit breitkrempiger Kopfbedeckung ins Freie gehen, z. B. einem Hut oder einer Kappe mit Nackenschutz. Bei längeren Aufenthalten im Freien bietet sich auch eine Sonnenbrille (UV-Filter) an. Einen besonderen Schutz für längere Aufenthalte im Freien ermöglicht Kleidung mit einem ausgewiesenen UV-Schutz. Das Prüfsiegel UV Standard 801 gibt Ihnen in Sachen UV-Schutz Sicherheit. Beim Badespaß eignen sich Schwimm-Shirts oder -Anzüge.

Wichtiger Helfer: Sonnenschutzmittel

Für den ungezwungenen Aufenthalt im Freien sind Kinder-Sonnenschutzmittel ein wichtiger Helfer. Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie viel mal länger man sich eingecremt der Sonne aussetzen kann, als dies aufgrund der individuellen Eigenschutzzeit möglich wäre. Allerdings bauen sich die Filter rasch ab und werden auch bei wasserfesten Cremes durch Wasser oder Schwitzen teilweise abgewaschen. Daher sollte man die rechnerische Schutzdauer nur zu einem Bruchteil beanspruchen. Lassen Sie Kinder auch mit Sonnenschutz nie zu lange in der Sonne und nutzen Sie für Aktivitäten lieber die Morgen- oder Nachmittagssonne.

Broschüre Sonnenschutz

Weniger „Chemie“ auf Kinderhaut

Jeder Fünfte reagiert auf Sonne mit Ausschlag („Sonnenallergie“). Doch auch Sonnenschutzmittel selbst können zu Allergien oder Rötung mit Knötchen führen, der sogenannten „Mallorca-Akne“. Kindercremes sollten daher möglichst frei von künstlichen Emulgatoren, Konservierungs-, Duft- und Farbstoffen sein. Naturkosmetikhersteller (z. B. mit den Siegeln Ecocert, Demeter oder Natrue) verzichten nicht nur auf viele synthetische Inhaltsstoffe, sondern verwenden meist auch statt chemischer mineralische Filter: Hierbei wird die Haut durch beigemengtes feines Zinkoxid- oder Titandioxid-Puder geschützt, das sich als weißlicher Schimmer schützend auf die Haut legt. Allerdings werden auch diese (Nano-)Partikel kontrovers diskutiert. Zinkoxid sollte nicht vor Vollendung des ersten Lebensjahres verwendet werden.

Viel hilft viel: Richtig eincremen

Sonnenschutzmittel sollten nicht über Wochen täglich angewendet werden, bieten aber einen wertvollen Schutz für sonnige Tage. Cremen Sie alle unbedeckten Hautpartien großzügig ein (ein bis zwei Handvoll für den ganzen Körper), nach ein bis zwei Stunden bzw. starkem Schwitzen oder Baden wiederholen.

Unser Tipp

Lassen Sie sich für die Anwendung bei Kindern einer Betreuungseinrichtung das Sonnenschutzmittel sowie die Einwilligung zu dessen Anwendung von den Eltern aushändigen.

Sonnenschutz für Kinder nach Hauttypen

Hauttyp   
Eigenschaften
Hauttyp I
helle Haut, Sommersprossen, blonde oder hellrote Haare, blaue oder grüne Augen. Bei Sonne: immer Sonnenbrand - niemals Bräunung*
Hauttyp II
helle Haut, blonde Haare, blaue oder grüne Augen.
Bei Sonne: immer Sonnenbrand, schwache Bräunung*
Hauttyp III
dunkle Haare, braune Augen. Bei Sonne leichter Sonnenbrand, gute Bräunung*
Hauttyp IV
von Natur aus dunkle Haut, dunke oder schwarze Haare, braune Augen. Bei Sonne: nie Sonnenbrand, immer Bräunung*

*Reaktion der ungeschützten Haut auf 30 Minuten Besonnung im Juni

Text: www.text-gesundheit.de