Sie sind hier: Startseite / Praxis/Alltag / Kindergesundheit / Unfälle mit Giftpflanzen vermeiden

Finger weg vom Fingerhut! - Unfälle mit Giftpflanzen vermeiden

Rund 80.000 Kinder bis zu 14 Jahren vergiften sich jährlich in Deutschland mit unterschiedlichen Stoffen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, die noch alles in den Mund stecken. Lesen Sie hier, wie Vergiftungen durch Pflanzen vermieden werden können.

Bäume, Sträucher und Pflanzen aller Art sind wichtig für die Gestaltung des Außengeländes einer Kindertagesstätte. Kinder können dort spielen und klettern und sich mit der Natur und Umwelt vielfältig auseinandersetzen. So dürfen sie durchaus lernen, dass Berührungen mit Brennnesseln unangenehm werden können. Doch neben hauptsächlich unbedenklichen Pflanzenarten gibt es eine Reihe von giftigen bis sehr giftigen Vertretern, die schwere Vergiftungen verursachen können. Vergiftungen durch Pflanzen stehen in der Statistik immerhin auf dem 3. Platz nach Vergiftungen mit Haushaltschemikalien und Medikamenten.

Zum Glück gehen die meisten Vergiftungsunfälle mit Pflanzen glimpflich aus – es handelt sich dann um Vergiftungen leichten oder mittleren Grades. Kinder nehmen das Gift der Pflanze auf, indem sie Pflanzenteile essen oder aber mit ihnen in Berührung kommen. Folge von Letzterem können schwere Hautreizungen oder Allergien sein.

Unsere Tipps, um Giftunfälle zu vermeiden

  • Insbesondere wenn sehr kleine Kinder in die Kita kommen, prüfen, ob alle Pflanzen in der Einrichtung ungiftig sind. Grundsätzlich keine Pflanzen mit giftigen Bestandteilen kaufen oder anpflanzen. In weihnachtlichen Gestecken für die Kita haben Eibe, Stechpalme und Efeu nichts zu suchen.
  • Größere Kinder im Umgang mit Pflanzen schulen, damit diese lernen, mit dem Risiko von Giftpflanzen umzugehen, die auch außerhalb von zu Hause und der Kita vorkommen können.
  • Beeren nur dann kosten, wenn wirklich sichergestellt ist, dass sie ungiftig und bekömmlich sind.
  • Auch ungiftige Beeren können der Gesundheit schaden, wenn sie mit Herbiziden oder Insektiziden in Berührung gekommen sind.
  • Vorsicht bei Beeren und Pflanzen in Bodennähe, da an diesen Eier des Fuchsbandwurmes haften können!
  • Bei Unsicherheiten bei der Identifizierung von Pflanzen sicherheitshalber einmal öfter bei der Giftinformationszentrale GIZ Rat einholen.
    Liste der Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und Schweiz

Die Broschüren „Beschauen, nicht kauen“und „Achtung Giftig! Vergiftungsunfälle bei Kindern“ geben Auskunft über die wichtigsten Giftpflanzen und den Grad ihrer Giftigkeit. In beiden Broschüren sind die Giftinformationszentren übersichtlich aufgeführt.

Bestellen Sie auch unsere Registerbroschüre „Erste Hilfe bei Kindern“. Sie sollte an keinem Schwarzen Brett fehlen, denn darin werden alle wichtigen Maßnahmen der Ersten Hilfe bei verschiedenen Unfällen oder Verletzungen kurz und prägnant beschrieben.