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Stressverhalten bei Kindern

Nicht nur Erwachsene, auch schon kleine Kinder stehen heute mehr denn je unter Termin- und Leistungsdruck. Zusätzliche Belastungen aus der Umgebung des Kindes erhöhen das Stresspotenzial.

Pädagogische Fachkräfte berichten fast einhellig, dass Kinder heute unruhiger, aggressiver und insgesamt auffälliger seien als noch vor ein paar Jahren. Kinder selber geben in Befragungen an, dass sie sich Sorgen machten, unglücklich seien und mit Ängsten zu kämpfen hätten; häufig fehle es ihnen auch an Selbstvertrauen. Stress äußert sich bei Kindern jedoch nicht nur in Verhaltensauffälligkeiten, auch körperliche Symptome können auftreten.

Wie kommt es zu diesen Verhaltensauffälligkeiten? Was macht Kinder stark? Wie können Erzieherinnen mit gestressten Kindern umgehen und den Alltag so gestalten, dass Kinder gute Entwicklungsmöglichkeit haben?

Wodurch entsteht Stress – Stressfaktoren

Auslöser für Situationen, die Kinder als belastend empfinden, sind körperliche „Stressoren“ wie zu viel Medienkonsum, zu wenig Bewegung oder im Gegenzug zu viele Freizeitaktivitäten, außerdem soziale Belastungen, etwa nach einer Trennung der Eltern oder einem Umzug. Die Stressfaktoren, denen Kinder ausgesetzt sind, lassen sich in vier Bereiche unterteilen:

Körperliche Stressfaktoren

  • Überlastung (zum Beispiel durch zu wenig Ruhepausen)
    Unterforderung (zum Beispiel durch Bewegungsmangel)
  • Hunger/Durst
  • Krankheiten/Schmerz
  • Schlafstörungen

Psychische Stressfaktoren

  • Schreck/Angst
  • Trauer/Verlust
  • Überforderung (zum Beispiel durch Übertragung von zu großer Verantwortung bspw. für eine/n jüngere/n oder kranke/n Schwester oder Bruder)
  • Zeitmangel (zum Beispiel durch viele zusätzliche Unterrichtstermine wie Musikunterricht oder Sporttraining)

Soziale Stressfaktoren

  • Beziehungsstress
  • Konflikte
  • Verlust von Angehörigen
  • Umzüge

Chemische Stressfaktoren

  • Nikotin – auch durch Passivrauchen!
  • Medikamente

Nicht jedes Kind reagiert auf Stressauslöser gleich: Während das eine Kind unter Belastung aggressiv wird, das andere sich zurückzieht, gilt dies dem dritten als willkommene Herausforderung, die es zu meistern gilt.