Themen für Träger von Kindertageseinrichtungen

Achtung Zeckenzeit!

Worauf muss man achten, wenn Kinder im Freien spielen?

Bewegung im Freien macht Spaß. Durch den Wald und über Wiesen streunen, an Bächen nach Wassertieren suchen – all das lieben Kinder, und brauchen es auch für eine gesunde Entwicklung.

Beim Spielen in der freien Natur treten aber auch einige spezielle Gefährdungen auf, über die Erzieherinnen und Eltern besonders informiert sein sollten.

 Ein Thema, das in dieser Jahreszeit immer wieder nachgefragt wird, ist das Auftreten von Zeckenbissen.

 

Hier zunächst einige Fakten:

 - Zecken können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. FSME kann durch Entzündung von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie z.B. Lähmungen und bleibenden Schäden am Zentralen Nervensystem führen. Gegen FSME gibt es eine Impfung, die von der STIKO (Ständige Impfkommission) in Risikogebieten für zeckenexponierte Personenkreise empfohlen wird. Eine Karte der Risikogebiete ist z.B. beim Robert-Koch-Institut (www.rki.de) einzusehen. Nach dieser Karte sind in Baden-Württemberg für das Jahr 2007 lediglich die Landkreise Alb-Donau und Göppingen nicht als Risikogebiet angegeben.

- Eine andere Krankheit, die von Zecken übertragen werden kann, ist die Lyme-Borreliose. Diese Krankheit kann je nach Stadium zu Hauterkrankungen, neurologischen Veränderungen und schweren Gelenksentzündungen führen. Im Frühstadium kann die Lyme-Borreliose gut mit Antibiotika behandelt werden.

Generell gilt:

Je länger die Zecke in der Haut verbleibt, desto größer ist das Risiko einer Infektion.

Entgegen landläufiger Meinung fallen Zecken jedoch nicht „von den Bäumen“, sondern halten sich überwiegend auf Gräsern, Farnen und Strauchwerk auf. Insofern ist nicht nur der Wald gefährlich, sondern auch Wiesen und Waldränder. Um aktiv zu werden, benötigen die Zecken eine hohe Luftfeuchtigkeit (80 %) und Temperaturen über ca. 7-10 °C.

Vorbeugung

Da sich Zecken in erster Linie bodennah aufhalten, kann z.B. durch lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmeln sowie geschlossenes Schuhwerk die Gefahr eines Bisses verringert werden. Es können auch für Kinder geeignete, zeckenwirksame insektenabwehrende Mittel (sogenannte Repellentien) eingesetzt werden.

Da die Zecken vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit (80 %) aktiv sind, sollten z.B. Wanderungen am frühen Morgen oder nach Regengüssen an „Zecken-Hotspots“ vermieden werden.

Wenn dann doch eine Zecke gebissen hat

Zecken wandern oft längere Zeit am Körper bis sie sich festsetzen, überwiegend an feuchten, dünnhäutigen Stellen (Achsel- und Leistenbeuge, Kniekehlen, Kopf, Hals, Haaransatz). Die sorgfältige Kontrolle des Körpers auf Zecken ist daher besonders wichtig.

Zecken sollten so schnell wie möglich entfernt werden, um die Infektionsgefahr zu verringern. Verwenden sie zum Entfernen der Zecken eine Zeckenzange oder Zeckenkarte. Fassen Sie das Tier möglichst nahe am Kopf und ziehen sie es heraus. Entfernen sie die Zecken nicht mit Klebstoff oder Öl, da auf diese Weise, wie auch beim Quetschen der Zecken, besonders viele Erreger abgegeben werden.

Informieren sie auf jeden Fall die Eltern über den Zeckenbiss, empfehlen sie den Eltern, das Kind einem Arzt vorzustellen. Dokumentieren sie den Zeckenbiss im Verbandbuch.

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