Koordination bei Kindern fördern

Posted under Bewegung On By Kindergarten

Rotes und grünes Tuch

Ort:Bewegungsraum/Sporthalle/draußen
Material:rotes und grünes Tuch
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit

Beschreibung

Bei diesem Spiel sind flinke Beine und eine schnelle Reaktion gefragt. Alle Kinder stehen auf einer Seite des Raumes. Der Spielleiter hebt abwechselnd das grüne und das rote Tuch in die Luft. Bei grün laufen die Kinder so schnell sie können in Richtung Ziellinie, bei rot bremsen sie abrupt ab. Ziel ist, möglichst schnell auf die andere Hallenseite zu kommen.

Anmerkungen zum Spiel

Damit die Kinder genügend Platz zum Auslaufen haben, sollte zwischen Ziellinie und Hallenwand genügend Abstand sein.

Variationen

  • Der Spielleiter kann zusätzlich Formen der Fortbewegung vorgeben. Einmal müssen die Kinder rückwärts laufen, dann im Seit- oder Pferdeschritt, oder die Vorgabe heißt, auf einem Bein hüpfend zur anderen Hallenseite zu gelangen.
  • Statt durch Tücher kann der Tempowechsel auch durch vergleichende Begriffe angesagt werden. „Eis“ könnte für Stoppen/Erstarren stehen, „Feuer“ für Bewegung/Loslaufen.

Räuber Hotzenplotz

Ort:Bewegungsraum/Sporthalle/draußen
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit

Beschreibung

Bei diesem Spiel sind sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Schnelligkeit gefordert. Ein Kind stellt den Räuber Hotzenplotz dar und steht den andern Kindern in etwa drei bis fünf Meter Abstand gegenüber. Der Spielleiter erzählt eine Geschichte vom Räuber Hotzenplotz. Auf das Stichwort „Hotzenplotz“ rennt der Räuber Hotzenplotz los und versucht die anderen Kinder zu fangen, bevor diese auf der anderen Spielfeldseite angekommen sind. Wird ein Kind erwischt, wird es auch zum Räuber. Das Spiel endet, wenn das letzte Kind gefangen wurde.

Anmerkungen zum Spiel

Um Verletzungen zu vermeiden, sollte auf beiden Seiten der Halle genügend Platz zum Auslaufen sein.

Variationen

Die Kinder dürfen sich nur auf bestimmte Art fortbewegen, beispielsweise hüpfend, im Seitschritt, rückwärts oder auf einem Bein.

Plumpsack

Ort:Bewegungsraum/Sporthalle/draußen
Material:Tuch
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit, Schnelligkeit

Beschreibung

Bei diesem bekannten Spiel aus Großmutters Zeiten sitzen oder stehen alle Kinder im Kreis. Ein Kind läuft mit einem Tuch in der Hand außen herum. Das Kind lässt das Tuch hinter einem beliebigen Kind fallen und berührt es an der Schulter. Der oder die Berührte muss versuchen, den Tuchträger zu fangen, bevor dieser eine Runde um den Kreis gelaufen ist und den frei gewordenen Platz eingenommen hat. Gelingt das dem Kind, darf es sich wieder setzen. Schafft das Kind es nicht, ist es jetzt als Tuchträger dran.

Anmerkungen zum Spiel

Auf spielerische Weise lernen die Kinder, auf Berührung zu reagieren.

Variationen

Man kann dieses Spiel auch ohne Schulterklopfen spielen. Dann wird nur das Tuch hinter dem Rücken eines Kindes fallen gelassen, sodass es manchmal auch passieren kann, dass das Kind im Kreis das Tuch übersieht und der Tuchträger unbemerkt eine Runde läuft.

Luftpost

Ort:Bewegungsraum/Sporthalle
Material:Gymnastikreifen, Bälle
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit

Beschreibung

Post von der Insel… Die Kinder verteilen ihre Reifen wie Inseln in der Halle und stellen sich hinein. Dann versuchen sie sich Bälle (= Luftpost) zuzuwerfen, ohne dabei die Insel zu verlassen. Nach und nach wird immer mehr Luftpost in Umlauf gebracht. Ziel ist, möglichst wenig Post zu verlieren. Das Spiel ist zu Ende, wenn alle Bälle quasi „ins Wasser gefallen“ sind.

Anmerkungen zum Spiel

Bei diesem Spiel geht es auch darum, dass die Kinder lernen, sich auf den anderen einzustellen, Rücksicht darauf zu nehmen, was der andere gerade tut. Beim Werfen müssen die Kinder darauf achten, dass sie nicht ein Kind mit Luftpost bombardieren, das gerade am „abschicken“ ist.

Variationen

  • Seeräuber versuchen, zwischen den Reifen Beute zu machen. Auch hier endet das Spiel, wenn keine Postfracht mehr im Umlauf ist.
  • Die Reifen stellen Städte dar, zwischen denen sich die Kinder die Post (Bälle) zurollen. Wichtig auch hier: Die Reifen dürfen nicht verlassen werden.

Kettenfangen

Ort:Sporthalle/draußen
Zielsetzung:Reaktion, Geschicklichkeit, Schnelligkeit

Beschreibung

Zwei Kinder halten sich an der Hand und versuchen gemeinsam, andere Kinder zu fangen. Gelingt dies, hängen sich die Gefangenen mit der Hand an die Kette. Auf diese Weise wird die Kette immer länger und das Entkommen für die freien Läufer immer schwieriger. Die Fänger sollten sich möglichst nicht loslassen; als gefangen gilt ein Spieler auch nur dann, wenn die Kette beim Fangen nicht eingerissen ist. Gewonnen hat der letzte noch freie Läufer.

Anmerkungen zum Spiel

Haschespiele wie das Kettenfangen erfordern von den Kindern Tempowechsel, Ausweichen und Richtungsänderung. Sie fordern Gewandtheit, Geschicklichkeit wie auch Zielstrebigkeit.

Variationen

  • Man kann die Fängerkette auch regelmäßig teilen, zum Beispiel kann die Regel gelten, dass sich die Kette bei sechs Personen, wieder in zwei Ketten aufsplittet.
  • Je nach Gruppen- und Raumgröße kann die maximale Spieleranzahl in der Kette auch auf vier, acht oder zehn Spieler festgelegt werden.

Blinde Kuh

Ort:Bewegungsraum/Sporthalle/draußen
Material:Tuch
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit und Schulung des Gehörs
Altersstufe:ab 4 Jahre
Anzahl der Mitspieler:mindestens 5

Beschreibung

Auf der Weide ist was los… In einem abgegrenzten Feld, das nicht zu groß sein sollte, versucht ein Kind mit verbundenen Augen die frei umhergehenden Kinder zu fangen. Diese machen sich durch Geräusche wie lautes Muhen bemerkbar. Hat die „Blinde Kuh“ ein Kind gefangen, ist dieses an der Reihe und bekommt die Augen verbunden.

Anmerkungen zum Spiel

Hier sind besonders das Gehör und eine schnelle Reaktion gefragt, da die „Blinde Kuh“ durch die verbundenen Augen gegenüber den Sehenden im Nachteil ist. „Blinde Kuh“ sollte mit mindestens fünf Kindern gespielt werden.

Variationen

  • Die „Blinde Kuh“ muss durch Abtasten der Kleidung oder des Gesichts erraten, wen es gefangen hat. Das funktioniert natürlich nur, wenn sich die Kinder gut kennen.
  • „Blinde Kuh“ kann mit der Regel gespielt werden, dass sich die Kinder nur auf eine bestimmte Art fortbewegen dürfen: rückwärts laufend, auf einem oder beiden Beinen hüpfend oder im Vierfüßlerlauf.

Ballkellner

Ort:Bewegungsraum/Sporthalle/draußen
Material:Tischtennisschläger, Softbälle oder andere Gegenstände
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit

Beschreibung

Bei diesem Spiel können die Kinder ihre Feinmotorik trainieren. Jedes Kind hält einen Tischtennisschläger in der Hand und versucht, den Ball möglichst lange auf dem Schläger zu balancieren, mal mit der rechten, mal mit der linken Hand.

Anmerkungen zum Spiel

Da viel Konzentration erforderlich ist, gelingt dieses Spiel am besten in einer ruhigen Atmosphäre.

Variationen

  • Die Kinder balancieren den Ball im Gehen.
  • Die Kinder müssen den Ball durch einen Slalomparcour balancieren.
  • Die Kinder müssen Hindernisse übersteigen.
  • Die Kinder versuchen den Schläger von einer in die andere Hand zu wechseln.

Zeitungsmauer

Ort:Sporthalle
Material:Rollbretter, viele große Zeitungsblätter; für Variationen: weitere Hindernisse wie Schaumstoffelemente, Tunnel aus Kästen und Matten…
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit

Beschreibung

Zwei Kinder halten ein großes Zeitungsblatt an den Ecken zwischen sich, die Blattseite den Mitspielern zugewandt. Ein Kind fährt sitzend, kniend oder liegend auf einem Rollbrett durch diese Mauer, die bei entsprechender Geschwindigkeit zerreist. Bevor das nächste Kind an der Reihe ist, wird der Zeitungsbogen gegen einen neuen ausgetauscht.

Anmerkung zum Spiel

Diese auf den ersten Blick einfache Aufgabe, erfordert von den Kindern den Mut, nicht vor dem Hindernis abzubremsen, sondern es mit Schwung einzureißen. Diese Übung zeigt den Kindern die Auswirkung ihres Tuns – die Zeitung ist durchgerissen.

Achtung: Hinter der Zeitung muss sich ein hindernisfreier Raum von mindestens drei Meter Tiefe befinden.

Variationen

  • Für einen Rollbrettslalom können im Raum weitere Hindernisse aus Schaumstoffelementen, Kästen und Matten aufgebaut werden.
  • Man kann auch Seile spannen, an denen sich die Kinder im Sitzen entlang ziehen können.

Statt einer Zeitungsmauer, kann eine Mauer aus Schaumstoffelementen aufgebaut werden, die beim Zusammenstoß in sich zusammenfällt.

Würfel

Ort:Gruppenraum/Bewegungsraum/Sporthalle/draußen
Material:Würfel
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit

Beschreibung

Die Kinder sitzen im Mittelkreis. Ein Kind nach dem anderen steht auf und würfelt. Jeder Zahl ist eine Bewegungsform zugeordnet, zum Beispiel

  1. auf einem Bein hüpfen
  2. auf beiden Beinen hüpfen
  3. drei Kontaktflächen auf den Boden bringen
  4. Vierfüßlergang
  5. zu fünft zusammenkommen
  6. Das Kind, das die Sechs gewürfelt hat, wird zum Fänger und versucht ein anderes Kind zu fangen.Nach der Bewegungsausführung kehren die Kinder in den Mittelkreis zurück.

Methodisch-didaktische Hinweise

Damit sich die Kinder die Bewegungsformen einprägen, die den Zahlen zugeordnet sind, empfiehlt sich ein Probedurchlauf mit allen Zahlen. Dabei können auch Merkstrategien besprochen werden.

Variationen

  • Zahlenzuweisungen der Situation anpassen, zum Beispiel im Freien beim Würfeln einer Fünf fünf Bäume berühren
  • eigene Ideen der Kinder ausprobieren

Feuer, Wasser, Sturm

Ort:Bewegungsraum/Sporthalle/draußen
Material:Kästen, Geräte zum Verstecken
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit

Beschreibung

Die Erzieherin gibt verschiedene Signalwörter und bestimmte Verhaltensweisen dazu vor.

  • Signalwort FEUER: Die Kinder laufen möglichst schnell zur Tür.
  • Signalwort WASSER: Sie steigen auf beziehungsweise hängen sich an einen sicher stehenden, höheren Gegenstand (zum Beispiel Kästen oder Sprossenwand), sodass die Füße den Boden nicht mehr berühren.
  • Signalwort STURM: Sie suchen Schutz (in Geräten zum Verstecken) oder legen sich flach auf den Boden.

Die Kinder laufen frei durcheinander, bis die Erzieherin ein Signalwort ruft.

Die Signalwörter lassen sich auch in eine Geschichte packen. So könnten die nachfolgenden Stichworte beispielsweise zu einer Geschichte über das Wetter ausgebaut werden:

Spanien, Sonne, heiß, Waldbrand … FEUER!
Atlantik, ein paar Böen, stärker Wind … STURM!
hohe Wellen, Überflutungen … WASSER!

Methodisch-didaktischer Hinweis

Zunächst die Signalwörter in kurzen Geschichten einzeln einbringen.

Variationen

  • Signalwort EISZEIT: erstarren
  • Signalwort ERDBEBEN: sich mit beiden Händen an einem Gegenstand oder Partner festhalten
  • Signalwort NACHT: einen „nachtblinden“ Partner suchen und ihn an der Hand führen
  • Die Kinder denken sich Signalwörter aus.

Jäger und Hasen

Ort:Gruppenraum/Bewegungsraum/Sporthalle/draußen
Material:Softball, Mütze
Zielsetzung:Reaktionsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit

Beschreibung

Ein Kind bekommt eine Mütze aufgesetzt. Dieses Kind ist der Jäger und alle anderen Kinder sind die Hasen. Der Jäger soll nun versuchen, die Hasen mit einem Softball „abzuschießen“. Dies geschieht dadurch, dass der Jäger eines der Kinder mit dem Softball berührt. Die getroffenen Hasen erstarren und bleiben stehen. Sind alle Hasen erstarrt, wird ein anderes Kind zum Jäger bestimmt.

Methodisch-didaktischer Hinweis

Wer möchte wird zum Jäger.

Variationen

  • Die Hasen hüpfen auf einem Bein.
  • Die Partner halten sich an den Händen.
  • Alle, auch der Jäger, bewegen sich mit Froschsprüngen.